Das Alte Zollhaus - Mitten in der Stadt

Ein spätmittelalterliches Herrschaftshaus und seine Geschichte


Das älteste erhaltene Gebäude in Hitzacker ist das "Alte Zollhaus". Es steht dort, wo bereits seit 1248 nachgewiesen der Elbzoll eingetrieben wurde. Wie dieses Zollhaus mal ausgesehen haben mag, wissen wir nicht. Es scheint aber in der Mitte des 16. Jahrhunderts für die anwachsenden Zollgeschäfte auf der Elbe zu klein geworden zu sein. Bis kurz vor 1589 umfasste das Zollhaus nur den westlichen Teil des Gebäudes. Erst für den Neubau des Zollhauses 1589 kaufte Herzog Wilhelm von Braunschweig Lüneburg der Adelsfamilie Bülow ihr Anwesen auf der heutigen Hauptstraße 11 ab und vergrößerte es mit dem Zollhaus. Der Zoll von Hitzacker blieb in Landeshoheit, der Herzog August d.J. bekam nur einen Abschlag von 500 Talern. Das führte zu Reibereien.

Zollhaus 1668 überstand das Zollhaus einen Großbrand, der alle benachbarten Bürgerhäuser und die alte Johanniskirche verschlang. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurde – bis heute gut sichtbar- in der Zollstraße angebaut. Mit der Aufhebung der Zollpflicht infolge der Reichsgründung endete 1872 die Jahrhunderte lange Funktion des Hauses. Das Königliche Wasserbauamt hielt Einzug, 1958 das Wasser- und Schifffahrtsamt; auch dessen Bedienstete hatten hier teilweise ihre Wohnungen.

Abgesehen vom Waldemarturm in Dannenberg und dem Amtsturm in Lüchow ist das Alte Zollhaus das älteste weltliche Bauwerk, dass die Feuersbrünste überstand.

Wir besitzen somit ein Beispiel für das spätmittelalterliche Herrschaftshaus. Die Restaurierung im Jahre 1985/86 versuchte somit auch dem künftigen Besucher des Museums ein Gesamtkunstwerk als Museumsobjekt zu präsentieren.

2004 begann die Neugestaltung des Zollhauses unter dem Motto: Das Alte Zollhaus Hitzacker (Elbe) Museum – GrenzenLos. 1. Bauabschnitt war die Ausstellung zu Herzog August dem Jüngeren: Enge Grenzen – weiter Horizont. Weitere folgten. 2009 wurde das Musikzimmer fertig: Musik kennt keine Grenzen!

Gefördert wurde die Neugestaltung durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung, Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, Land Niedersachsen, Samtgemeinde Hitzacker, Museumsverbund Lüchow-Dannenberg und Mitteln der EU aus dem Leader+ Programm.